4. November 2026 · 5 Min. Lesezeit
Abnehmen mit Krafttraining: Warum die Hantel beim Fettabbau nicht fehlen darf (CityGym Aarau)

Warum beim Abnehmen ohne Krafttraining auch Muskel verschwindet, was die Hantel kann, was Cardio nicht kann, wie eine Woche aussieht, die Fett abbaut und Kraft behält, und die drei Fehler, die fast alle machen. Aus dem CityGym Aarau.
Ich will abnehmen, also Cardio. Oder?
Diese Frage hören wir im CityGym Aarau fast jede Woche, meistens beim ersten Gespräch: Ich will ein paar Kilo verlieren, also gehe ich aufs Cardiogerät, richtig? Die ehrliche Antwort: Abnehmen entscheidet sich zuerst am Teller, und im Studio ist die Hantel die wichtigere Hälfte. Nicht, weil sie mehr Kalorien verbrennt. Das tut sie nicht. Sondern, weil sie dafür sorgt, dass das, was runtergeht, Fett ist und nicht Muskel. Hier steht, was im Körper passiert, was Krafttraining dabei kann, und wie eine Woche aussieht, die funktioniert.
Was beim Abnehmen wirklich passiert
Abnehmen heisst: Du gibst dem Körper weniger Energie, als er braucht, und er holt sich den Rest aus seinen Reserven. Die meisten denken dabei an Fett. Der Körper denkt nicht so. Er nimmt, was gerade verfügbar ist, und dazu gehört auch Muskel. Wer nur weniger isst und sonst nichts ändert, verliert in Studien rund einen Viertel des Gewichts als Muskel, nicht als Fett. Auf der Waage sieht das nach Erfolg aus. Im Spiegel, an der Stange und im Alltag nicht: weniger Kraft, weniger Form, und ein Körper, der in Ruhe weniger verbraucht als vorher. Das ist der Grund, warum nach vielen Diäten das Gewicht zurückkommt, und zwar als Fett.
Warum der Muskel bleiben soll
Muskel ist das Gewebe, das du behalten willst, aus drei Gründen. Erstens die Form: Zwei Menschen mit demselben Gewicht sehen völlig unterschiedlich aus, je nachdem, wie viel davon Muskel ist. Zweitens der Alltag: Treppen, Einkauf, Kinder, Rücken, alles hängt an der Kraft, die du hast, nicht am Gewicht, das du nicht hast. Drittens der Stoffwechsel, mit einer ehrlichen Einschränkung: Ein Kilo Muskel verbrennt in Ruhe nur etwa 13 Kalorien am Tag, nicht die 100, die man überall liest. Der eigentliche Effekt ist ein anderer: Muskel ist der grösste Speicher für Zucker im Körper. Je mehr davon da ist, desto eher geht ein Teller Pasta in den Muskel statt ins Fett, und desto stabiler bleibt der Blutzucker über den Tag.
Was die Hantel kann, was Cardio nicht kann
Krafttraining ist das Signal an den Körper, den Muskel zu behalten, auch wenn gerade weniger reinkommt. In Studien, in denen Menschen bei gleichem Defizit entweder nur Cardio oder nur Krafttraining machten, verloren beide Gruppen ähnlich viel Gewicht. Aber die Kraftgruppe verlor fast nur Fett, die Cardiogruppe auch Muskel. Dazu kommt ein kleinerer Effekt, der oft überschätzt wird: Nach einem schweren Krafttraining bleibt der Verbrauch für einige Stunden leicht erhöht, weil der Körper repariert. Das sind keine riesigen Zahlen, aber sie kommen jede Woche dazu. Und der dritte Punkt ist der wichtigste: Wer stärker wird, hat etwas, das er messen kann. Fünf Kilo mehr auf der Stange tragen dich über Wochen, ein halbes Kilo weniger auf der Waage oft nicht.
Und Cardio?
Gehört dazu, als Ergänzung. Zwei- bis dreimal pro Woche 20 bis 30 Minuten auf dem Velo oder dem Rudergerät, in einem Tempo, bei dem du noch reden kannst, verbrauchen Energie, tun dem Herz gut und helfen beim Erholen. Nach dem Krafttraining, nicht davor, damit die Kraft für die schweren Sätze da ist. Was nicht funktioniert: jeden Tag eine Stunde Cardio und dazu wenig essen. Das ist der schnellste Weg, Muskel zu verlieren und nach vier Wochen müde und hungrig aufzuhören.
So sieht eine Woche aus, die Fett abbaut und Kraft behält
Krafttraining: zwei- bis dreimal pro Woche, Ganzkörper. Fünf bis sechs Übungen, die viel Muskel auf einmal bewegen: Beinpresse oder Kniebeuge, Rudern, Bankdrücken oder Brustpresse, Latzug, Kreuzheben oder Hüftheben, dazu eine Übung für den Bauch. Drei Sätze zu acht bis zwölf Wiederholungen, die letzten beiden anstrengend. Und das Gewicht steigt, sobald zwölf saubere Wiederholungen gehen. Das Steigern ist das Signal, das den Muskel hält.
Essen: etwas weniger, als du brauchst, nicht viel weniger. 300 bis 500 Kalorien unter dem Bedarf reichen, mehr kostet Kraft und Muskel. Eiweiss hoch halten, rund 1,6 bis 2 Gramm pro Kilo Körpergewicht am Tag, über drei bis vier Mahlzeiten verteilt. Das ist die Zutat, die zusammen mit dem Training den Muskel schützt. Gemüse zu jeder Mahlzeit, weil es satt macht und wenig liefert.
Alltag: Schritte zählen mehr, als man denkt. 7000 bis 10000 am Tag sind ein stiller Verbrauch, der sich jede Woche summiert, ohne dass er Kraft kostet. Und sieben Stunden Schlaf, weil ein müder Körper am Muskel spart und am Fett festhält.
Woran du merkst, dass es funktioniert
Nicht an der Waage allein. Sie zeigt Wasser, Mageninhalt und Muskel mit, und sie schwankt um ein bis zwei Kilo am Tag. Besser: Bauchumfang alle zwei Wochen, dieselbe Hose, die Zahlen im Trainingsheft, und alle paar Monate eine Messung, die Muskel und Fett getrennt zeigt. Wenn der Umfang sinkt und die Gewichte an der Stange gleich bleiben oder steigen, läuft es genau richtig. Wenn die Kraft fällt, isst du zu wenig.
Die drei Fehler, die wir am häufigsten sehen
Zu wenig essen, weil schneller besser scheint. Der Körper antwortet mit Muskelabbau und Hunger, und beides holt sich das Gewicht zurück. Nur Cardio, weil es sich nach Abnehmen anfühlt. Es verbrennt in der Stunde mehr, aber es schützt den Muskel nicht. Und jeden Tag wiegen und nach jeder Zahl den Plan ändern. Ein Plan braucht vier Wochen, bevor man ihn beurteilen kann.
Beim ersten Mal
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